Eingebürgert mit zwei Jahren Verspätung

Der Taxi Driver in Castrop. Foto Lukas

Er steht da und lächelt freundlich. Sein gelbes Taxi trägt er locker unterm linken Arm. Am 17. September 2005 hat der „Taxi Driver“ offiziell seinen vorübergehenden Standort im Goldschmieding-Park bezogen – und wurde von einer Schar kunstinteressierter Castrop-Rauxeler herzlich willkommen geheißen.

Künstler aus Stuttgart

Daniel Wagenblast, ein renommierter Künstler aus Stuttgart, hat den „Taxi Driver“ erschaffen. Zunächst herausgeschnitten, gefräst und gesägt aus einem großen Holzblock, dann gegossen aus Aluminium und schließlich gemeinsam mit der Frohlinder Galeristin Petra Weber-Schwenk einen geeigneten Standort für ihn im Skulpturenpark hinter dem Haus Goldschmieding gesucht. Dort steht der 400 kg schwere Koloss seit nunmehr 14 Jahren mit seinem Taxi unterm Arm und blickt recht wohlwollend auf die anderen Kunstwerke des Parks, wenngleich man vermuten kann, dass nicht alle seinem Stil und Geschmack entsprechen.

Preis: 40.000 Euro

​Zwei Jahre musste er das zunächst aushalten. So lange hatte der schwäbische Künstler der Stadt die Skulptur geliehen. Mit Petra Weber-Schwenk und der versammelten Stadtspitze hoffte Daniel Wagenblast, dass sich in diesem Zeitraum Gönner und Spender finden, die einen Ankauf der rund 40.000 Euro teuren Plastik ermöglichen.

Im Skulpturenpark

Der damalige Bürgermeister Beisenherz und Kulturdezernent Eckhardt machten bei der Einweihung deutlich, dass die Stadt den freundlichen „Taxi Driver“ gern auf Dauer einbürgern würde. Ein Plan, den nicht nur der Alu-Mann mit freundlichem Lächeln zur Kenntnis nahm.

Dafür, dass der „Taxi Driver“ noch heute im Goldschmieding steht, dafür sorgte letztlich im Jahr 2007 die Sparkassen-Stiftung. Nach dem Ankauf eines Objektes von Walter Hellenthal erwarb die Stiftung damals auch den „Taxidriver“ von Wagenblast zur Ergänzung des Skulpturenparkes.

Der Standort auf der Wiese ist nicht zufällig, wie Petra Weber-Schwenk betonte. Denn: Wenn der Spaziergänger um die Kurve kommt, wird er mit der Riesenplastik frontal konfrontiert.

Als Spielzeug zu groß

Mit dem „Taxidriver“, so die Galeristin, behandelt Wagenblast das Thema Mensch, Technik und Natur in spielerischer und humorvoller Weise. Der selbstbewusste Mann steht mit beiden Beinen fest auf der Erde, guckt zufrieden in Ferne und Zukunft.

Der Mensch ist wichtig, wie an der Zuordnung des Taxis deutlich wird: als Spielzeug zu groß, als reale Abbildung zu klein.