Bobbi Bolzer - die angriffslustige Maus (VfL-Magazin)

Der VfL 2014 mit Bobby Bolzer

Der VfL 2014 mit Bobby Bolzer

Foto Jens Lukas

Bobbi Bolzer und Manuel Riemann

Bobbi Bolzer und Manuel Riemann

Foto Jens Lukas

Von Jens Lukas

Richtig stolz ist „Vater“ Johannes Erler, wie sich sein Sohn „Bobbi Bolzer“ in den neun Jahren seit dessen Geburt entwickelt hat. Der Hamburger beobachtet aus der Ferne, wie sein Filius den Job als Maskottchen des VfL Bochum so macht.

Im Jahr 2007 hatte Erler, der damals das Büro von „Factor Design“ in der Hansestadt leitete, vom VfL Bochum den Auftrag bekommen. Er berichtet: „Der Kontakt zum VfL Bochum kam über eine ehemalige Marketing-Mitarbeiterin des Vereins. Mich hat das damals sehr gefreut, weil ich großer Fußballfan bin.“ Als Hamburger sei er natürlich Anhänger des Hamburger SV. Da habe es allerdings auf beiden Seiten weder Interessens- noch Gewissenskonflikt gegeben.

„Schwanger“ war Johannes Erler mit Bobbi vier Wochen lang. Er hatte die Idee für das Tier. „Mutter“ war seine Mitarbeiterin Sonja Stroth, die die ersten Entwürfe sowie schließlich auch die konkreten Zeichnungen anfertigte.

Dass das VfL-Maskottchen eine Maus werden würde, sei schnell klar gewesen. Erler sagt: „Der VfL galt als die ,graue Maus‘ der Bundesliga Diese Bezeichnung mit einem Augenzwinkern zu nehmen und positiv umzudrehen, fanden alle gleich gut.“ Und natürlich wurde aus der grauen eine blaue Maus, die alles andere als langweilig ist. Johannes Erler betont: „Bobbi ist eine sportliche, natürlich sehr nette und ein bisschen angriffslustige Maus.“

Der Name „Bobi Bolzer“ habe ebenfalls „irgendwie in der Luft gelegen“, wie Erler erklärt: „Ich habe an das Bochumer Autokennzeichen BO gedacht und ein bisschen mit Worten gespielt. Das ging ganz schnell und fand sofort Anklang.“ Erstaunt und froh sei er gewesen, berichtet der Hamburger, wie extrem angenehm der VfL als Auftraggeber gewesen sei. Erler: „Die Bochumer sind unsere Vorschläge weitgehend mitgegangen, haben an den richtigen Stellen Fragen gestellt, ein paar gute Vorschläge gemacht - und fertig war Bobbi Bolzer.“

Ziemlich gut erinnern kann sich Johannes Erler noch an die erste Präsentation von Bobbi Bolzer im Stadion mit Stefan Kuntz. Erler betont: „Kuntz ist ein netter, interessierter und positiver Mann - mit einem Händedruck wie ein Schraubstock.“ Erler kann sich nur noch vage an die „Ablösesumme“ für Bobbi Bolzer erinnern. Der VfL habe eine fünfstellige Summe in das Projekt investiert. Johannes Erler erklärt: „Damit haben wir auch die Nutzungsrechte an den Verein abgetreten. Es war ein vernünftiger Preis, aber nichts zum Reichwerden.“

Bobbi Bolzer und Felix Bastians.

Bobbi Bolzer und Felix Bastians.

Foto Jens Lukas

Der Mann aus dem Norden und seine Agentur gaben nach der Präsentation recht schnell die Figur in die Hände des VfL Bochum. Nach Erlers Meinung habe sich Bobbi ohne Einfluss aus Hamburg gut weiterentwickelt. Johannes Erler berichtet: „Wenn ich heutzutage auf die BobbiKlub-Internetseite gehe, sind da immer noch die Zeichnungen, die wir damals abgeliefert haben, im Logo und im oberen Bereich jeder Unterseite zu sehen - Bobbi in Aktion. Ich glaube, das ist eine Mischung aus Originalzeichnungen und ein paar neuen, die jemand anderes gemacht haben muss.“

Die ursprünglichen Zeichnungen sind nicht mehr in seinem Besitz, betont Erler, der mittlerweile ein neues Büro leitet. Johannes Erler spricht noch heute mit Stolz über seinen Sohn. Er sagt: „Ich finde es super, dass es Bobbi immer noch gibt. Die Bilder, die ich im Netz finde, zeigen, dass es ihm gut geht.“ Jeder Verein brauche ein Maskottchen.
Erlers HSV habe den Dino, der ihm eigentlich gut gefällt. In den vergangenen Jahren im Abstiegskampf sei sein Club allerdings mit Häme überschüttet worden. Das schmerze, so Erler.
Das Wort „Maskottchen“ kommt übrigens aus dem Provenzalischen „Mascoto“, oder „Masco“, was „Hexe“ bedeutet. Den VfL zur Deutschen Meisterschaft hat Bobbi Bolzer allerdings noch nicht gehext. Ganz im Gegenteil. Die blaue Maus kümmert sich weniger um die großen Fans, die die Mannschaft nach vorne peitschen sollen, als mehr um die ganz kleinen Besucher im Stadion. VfL-Profi Felix Bastians sagt: „Bobby Bolzer ist ein sympathisches Maskottchen, das besonders bei Kindern hervorragend ankommt. Das merke ich jedes Mal uafs Neue, wenn wir mit dem VfL die Schulen besuchen und sich die Kinder begeistert auf die Maus stürzen.“

Das Zuhause von Bobbi Bolzer ist der BobbiKlub. Dieser Klub bietet seinen Mitgliedern – Mädchen und Jungen zwischen 6 und 13 Jahren – zahlreiche Aktivitäten, wie regelmäßige Fußballcamps, vergünstigte Eintritte zur Veranstaltungen, Fanartikel und Artikel des VfL Bochum. Und bei den Heimspielen des VfL lässt sich die Maus auch mal im Bobbi Bolzer-Familienblock blicken. Bobbi Bolzer ist also mehr ein Kinderklubmaskottchen, als ein richtiges Maskottchen des Vereins. Trotzdem wurde er von den Fans des VfL gut aufgenommen.

Übrigens ist sein Name nicht willkürlich ausgewählt. Sowohl in Bobbi, als auch in Bolzer ist das „Bo“ aus Bochum enthalten – so was nennt man pure Identifikation mit dem Verein und der eigenen Stadt.

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