Holland hilft Höhenmessern

Ruhr Nachrichten Dortmund, 6. Februar 2008
SYBURG Mario Siegel zielt im Schatten des Kaiser-Wilhelm- Denkmals millimetergenau auf Jürgen Groening. Dann dreht er sich um und legt auf Rudolf Trippler an Der Diplom-Ingenieur ist mit einem digitalen Nivelliergerät und seinen beiden Assistenten von Januar bis Juni im Dortmunder Südwesten unterwegs.

Seine Aufgabe: Die Daten der Höhenfestpunkte im Stadtgebiet müssen für das Vermessungs- und Katasteramt aktualisiert werden. „Wir wollen unser Netz von derzeit noch 10 000 Punkten auf 2000 ausdünnen“, fügt Bereichsleiter Helmut Lategahn hinzu. Seine Begründung: Nach der Schließung der letzten Zeche, Minister Stein im Jahr 1987, habe die Zahl der Bergsenkungen erheblich abgenommen. Dramatische Einbrüche wie in Lanstrop und Wischlingen, wo gar richtige Seenplatten entstanden, seien „Schnee von gestern.“ Aus den vier Punkten in luftiger Höhe in Syburg (240,62 Meter über Normalhöhennull) sollen in Zukunft zwei werden. Im Dortmunder Südosten ist ein Team des Bezirks Arnsberg unterwegs. In fünf Jahren soll das Projekt „Ausdünnung“ abgeschlossen sein.

Strichcodes

Siegel postiert sich erneut zwischen Groening und Trippler und peilt die gelben Latten an, die sie ausgerichtet haben. Mit Strichcodes – wie die Kassen in Kaufhäusern von der Ware – liest er seine Ergebnisse von den Latten ab. 40 mm Höhenunterschied hat der Vermessungsingenieur zwischen seinen beiden Assistenten ausgemacht.

Dann kreist der Hammer. Jürgen Groening schlägt eine Vermessungsmarke in die Mauer des Kaiser-Wilhelm-Denkmals. In der Regel werden Nivellementpunkte an Außenwänden dauerhafter, standsicherer Gebäude durch das Anbringen eines Metallbolzens festgelegt. Die Daten, die Siegel und seine Kollegen einsammeln, sind nicht öffentlich zugänglich, aber von öffentlichem Interesse. Häuslebauer und Bauingenieure können gegen eine Gebühr von 15 Euro eine Datensatz-Auskunft beim Vermessungs- und Katasteramt Dortmund (Märkische Straße 24-26, Telefon 5 02 26 29, bekommen. Aber auch das Hoch- und Tiefbauamt profitieren natürlich von der Arbeit der Höhenmesser, weiß Helmut Lategahn.

Maß der Dinge

Die niederländische Küste ist das Maß aller Dinge. Zumindest für die Höhenmesser in Europa. Dort, im Mittelwasser der Nordsee, liegt nämlich der Normalhöhennull-Punkt (NHN, vormals NN) – auch „Amsterdamer Pegel“ genannt.

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